Artikel aus der "Pflege-Zeitschrift - Fachzeitschrift für stationäre und ambulante Pflege", Ausgabe September 2006, S. 541-544
 | Der pflegerische Alltag ist ohne unterstützende EDV kaum noch vorstellbar. Ihre Anwendung kann in mehrfacher Hinsicht hilfreich sein, vorausgesetzt, dass sie sich auf ein umfassendes Verständnis des Pflegeprozesses stützt.
Die lückenlose Pflegedokumentation gewinnt im Krankenhaus aus verschiedenen Gründen immer mehr an Bedeutung. Das Krankenhausentgeltsystem German-Diagnosis Related Groups (G-DRG) erfordert eine vollständige Leistungserfassung, die haftungsrechtlichen Ansprüche von Patienten und Kostenträgern nehmen zu und die Pflegeforschung ist auf evaluierbares Datenmaterial angewiesen. Dennoch wird die Dokumentation selbst von engagierten Pflegenden bisweilen eher als lästige Pflicht denn als Instrument der professionellen Berufsausübung angesehen. Die Probleme, die dem zugrunde liegen, sind bekannt und wurden häufig beschrieben (Needham 1990, Meleis 1991, Stratmeyer 1997, Fischbach 2001, Lay/Brandenburg 2001). |
Genannt werden zum Beispiel
•• die einseitige Reduktion des Pflegeprozesses auf den Problemlösungsaspekt
•• die analytische Zergliederung mit einer zu starken Reduktion von Patienten auf ihre Defizite im Vergleich zu einem ganzheitlichen Pflegeverständnis
•• die unzureichende Abbildung der Pflegekomplexität durch den Pflegeprozess.
Oft wird der Pflegeprozess nur reduziert angewandt - mit starkem Fokus auf die Leistungserfassung, während die übrigen Schritte vernachlässigt werden. Die Patientensituation wird beispielsweise häu-fig gar nicht oder nur unzureichend eingeschätzt. Auch die Pflegeplanung ist nur in Ansätzen vorhanden und vielfach nicht flexibel an die Situation des Patienten angepasst. Ferner wird die Pflege kaum oder gar nicht evaluiert. Die Ergebnisse einer Analyse der Pflegeprozessdokumentation zeigen zudem, dass es Pflegenden oft schwer fällt, die einzelnen Schritte des Pflegeprozesses zu formulieren. Es offenbarten sich Probleme bei der Situationseinschätzung, der Zielformulierung und im Besonderen bei der Evaluation (Fafflock et al. 2003, Güttler/Lehmann 2003).
Allgemeine Erwartungen
Die Einführung einer EDV-gestützten Pflegeplanung und -dokumentation wird häufig als Mittel gesehen, diese Schwierigkeiten zu lösen. Meist wird jedoch nicht berücksichtigt, dass eine erfolgreiche Einführung ein grundlegendes Verständnis der Pflegeprozesserfassung voraussetzt. Manch einer glaubt, dass sich mit wenigen „Klicks" und mithilfe der Daten aus dem Krankenhausinformationssystem (KIS) eine gleichermaßen vollständige und individuelle Beurteilung der Patientensituation vornehmen ließe. Ebenso einfach sollte es nach verbreiteter Idealvorstellung sein, eine auf das Assessment bezogene individuelle Pflegeplanung mit Zielen, Maßnahmen und Pflegebericht zu erstellen. Für die Pflegenden selbst bliebe dann nur noch, die erbrachten Pfle-geleistungen in einem entsprechenden Dokumentationsbogen „abzuhaken".
Eine EDV-gestützte Pflegedokumentation kann dies aber nicht leisten und es wäre den Pflegenden auch nicht dienlich. Vielmehr benötigen sie ein Instrument, das sie bei der Dokumentation durch pfle-gewissenschaftliche Inhalte unterstützt. Außerdem sollte das System die Komplexität der Pflege weitgehend abbilden, die aus den DRG resultierenden Anforderungen an die Pflege berücksichtigen und eine zügige Dokumentation ermöglichen.
Was sollte also von einer EDV-gestützten Pflegeplanung erwartet werden?
•• Die EDV soll eine fehlerfreie, lesbare und übersichtliche Dokumentation ermöglichen.
•• Sie soll, soweit möglich, auf pflegewissenschaftlich überprüften Inhalten beruhen.
•• Diese Inhalte sollen in standardisierter Form (zum Beispiel als Pflegeklassifikation) vorliegen und gewährleisten, dass die individuelle Situation der Patienten berücksichtigt werden kann.
•• Die EDV-gestützte Pflegedokumentation soll vollständig sein, das heißt alle Schritte des Pflegeprozesses (Assessment, Planung, Leistungserfassung und Evaluation) abbilden.
•• Die EDV soll Pflegende im gesamten Planungsprozess leiten, indem sie aktiv die richtigen Inhalte anbietet und auf unvollständige Eingaben aufmerksam macht.
•• Die EDV soll bereits vorhandene Daten nutzen und Daten der Pflege an andere Bereiche weitergeben können.
•• Sie soll Verständlichkeit und Objektivität gewährleisten.
•• Zusätzliche Dokumentationsarbeiten, etwa für die Erhebung von Daten entsprechend der Pflege-Personalregelung (PPR) oder für pflegerelevante Nebendiagnosen, sollen vermieden werden. Pflegerische Leistungen sollen transparent dargestellt werden.
•• Die EDV soll statistisch auswertbare Daten liefern.
•• Der Zeitaufwand für die Dokumentation soll deutlich gesenkt werden.
Typologie und Software
Die genannten Anforderungen standen Pate bei der Entwicklung der Software apenio®, mit der die gleichnamige und vom Institut für angewandte Pflegeforschung der Universität Bremen entwickelte Pflegetypologie praktisch nutzbar gemacht werden sollte.
Als Typologie und Software ermöglicht es apenio*, die Pflege strukturiert, einheitlich und nachvollziehbar auf der Grundlage des Pflegeprozesses abzubilden. Durch die verbindliche Darstellung aller Pflegeprozessschritte wird der Prozessgedanke in den Vordergrund pflegerischen Handelns gerückt. Assessmentgeleitet werden die Leistungen und Ergebnisse der Pflege kontinuierlich transparent gemacht. Leitidee von apenio ist es, dass sich das pflegerische Handeln grundsätzlich an der Situation des Patienten, das heißt an seinen für die Pflege relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, orientiert und nicht an den zu erbringenden Pflegeleistungen oder an der Erkrankung. Ohne ein Assessment kann folglich keine Pflegeplanung vorgenommen werden. Darüber hinaus wird automatisch auf der Grundlage der Pflegeplanung ein Vorschlag für die Leistungserfassung generiert, zudem wird eine verbindliche Evaluation der pflegerischen Leistungen vorgegeben.
Neben der strukturierten Darstellung aller Schritte des Pflegeprozesses ist apenio in weiterer Hinsicht von Nutzen. Einige auswertbare Daten stehen zur Verfügung, die zum Beispiel Aussagen dazu erlauben, durch welche Ursache ein Gesundheitszustand wie beeinträchtigt ist und welche pflegerischen Maßnahmen in dieser Situation am häufigsten durchgeführt werden. Über diese rein deskriptive Ebene hinaus können aufgrund der klaren Ziel- und Ergebniserfassung jedoch auch Aussagen darüber getroffen werden, bei welchen Beeinträchtigungen welche Maßnahmen zu welchem Ziel geführt haben. Kritisch anzumerken bleibt allerdings, dass Veränderungen des Gesundheitszustandes von Patienten - trotz überprüfbarer Pflegeziele nicht kausal auf die pflegerischen Maßnahmen zurückgeführt werden können.
Struktur der Typologie
Die Typologie besteht aus sieben Elementen, die jeweils in Katalogen geordnet sind:
1.
Kategorien: Sie basieren auf den bedürfnisorientierten Pflegetheorien. Die Kategorien entsprechen - in modifizierter Form - den Lebensaktivitäten wie Ausscheiden, Essen und Trinken und wurden um Kategorien aus den psychosozialen Wissensbereichen der Pflege, wie Empfindungen/Gefühle, Kognitionen, persönliches und soziales Umfeld, erweitert.
2.
Pflegephänomene: Jeder Kategorie sind Pflegephänomene zugeordnet. Diese sind definiert als Beschreibung des Gesundheitszustandes und der für die Pflege relevanten Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes. Unter der Kategorie Ausscheidung finden sich beispielsweise Phänomene wie die Fähigkeit zur Harnkontinenz oder zur Harnausscheidung.
3.
Beurteilungsskalen: Jedem Phänomen ist eine mehrstufige Beurteilungsskala zugeordnet. Die Stufen entsprechen bestimmten Ausprägungsgraden. Eine Fähigkeit kann zum Beispiel gering, mäßig, stark oder vollständig eingeschränkt sein.
4.
Ursachen: Sie haben eine Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes zur Folge und führen dazu, dass Pflegephänomene auftreten. Die Ursachen können in Erkrankungen oder Therapien liegen, ebenso können sie auch psychischer und sozialer Natur oder umweltbedingt sein, auch können sie mit körperlichen Beeinträchtigungen im Zusammenhang stehen.
5.
Körperorte: Damit werden die Körperorte bezeichnet, an denen sich eine Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes manifestieren kann (Angabe, wenn relevant}.
6.
detaillierte Pflegeinterventionen: Sie können mit den Schwerpunkten Ausführen, Kommunizieren, Beobachten, Betreuen und Managen näher beschrieben werden.
7.
Hilfsmittelkatalog: Jedes in diesem umfassenden Hilfsmittelkatalog enthaltene Hilfsmittel ist bestimmten Interventionen zugeordnet.
Diese Elemente werden zur Einschätzung der Patientensituation, zur Erstellung des Pflegeplans und zur Evaluation genutzt. Sie sind innerhalb der Datenbank logisch miteinander verknüpft, so dass für ein Assessment nur die Pflegeinterventionen angezeigt werden, die nach den derzeitigen Erkenntnissen relevant sind.
Bisher ist die Messgenauigkeit der Beurteilungsskalen noch nicht ausreichend geprüft. Für die Zukunft ist eine Validierung der Skalen geplant, um klare und valide Aussagen auch für die Pflegeergebnisse zu erhalten. Damit soll der Beitrag von apenio zur Qualitätssicherung weiter optimiert werden.
Schritte des Pflegeprozesses
Assessment
Das Assessment als erster Schritt des Pflegeprozesses ist unabdingbar (Abb. 1), weil es die Begründung für die zu erbringenden pflegerischen Leistungen liefert. Dabei werden die pflegerelevante Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes eines Patienten (Phänomen), deren Ausprägung (Skalenwerte) und deren Ursache beschrieben. Ebenso kann der Körperort, an dem sich die Beeinträchtigung manifestiert hat, angegeben werden. Sofern bekannt, kann außerdem angegeben werden, seit wann die Beeinträchtigung besteht (Dauer) und in welchem zeitlichen Intervall sie auftritt (Häufigkeit). Auf der Grundlage des Assessments lässt sich die „Pflegediagnose" entwickeln.
Beispiel: Phänomen „die Fähigkeit zu atmen":
•• Die Fähigkeit zu atmen ist zu einem hohen Grad beeinträchtigt
•• Ausprägung: sehr flache Atmung
•• Ursache: atemabhängiger Schmerz (Rippenserienfraktur)
•• Körperort: linker Brustkorb
•• Dauer: die flache Atmung besteht seit einer Stunde.
Für das Assessment werden im KIS bereits vorhandene Daten genutzt, um Vorschläge zu generieren, zum Beispiel darüber, welche Gesundheitszustände (Phänomene) bei einer spezifischen Ursache beeinträchtigt sein können. Anhand dieser Vorschläge kann das Assessment zügig durchgeführt werden, wobei gleichzeitig genügend Spielraum für die Dokumentation weiterer individueller, vom Patienten genannter Beeinträchtigungen besteht.
Die Dokumentation wird durch die Integration standardisierter Pflegebehandlungspläne erleichtert. Ein solcher Plan beinhaltet nicht nur eine standardisierte Pflegeplanung mit dazugehörigen Maßnahmen, sondern auch ein standardisiertes Assessment, das in jedem der genannten Elemente an die Ist-Situation von Patienten angepasst werden kann. Der Standard wird also an die individuelle Situation des Patienten, nicht der Patient an den Standard adaptiert.
Durch das Ausführen des Assessments werden automatisch, das heißt ohne aufwändige Zusatzdokumentation, pflegerelevante Nebendiagnosen und gegebenenfalls Vorschläge für die Anwendung von Risikoskalen (zum Beispiel Dekubitus, Thrombose) generiert.
Pflegeplanung
Auf der Grundlage des Assessments wird die Pflegeplanung erstellt. Sie beginnt mit der Zielformulierung, wofür die dieselben Beurteilungsskalen wie für die Situationseinschätzung genutzt werden, um überprüfbare Ergebnissen zu erhalten. Je nach dem Gesundheitszustand des Patienten kann festgelegt werden, ob durch die geplanten Pflegemaßnahmen die Beeinträchtigung vollständig oder schrittweise behoben bzw. gelindert oder der aktuelle Zustand erhalten werden soll (Abb. 2).
Das vom Patienten und den Pflegenden angestrebte Pflegeziel ist Grundlage für die pflegerischen Handlungen, die von apenio nach Festlegung des Ziels automatisch vorgeschlagen werden. Sind alle für die Zielerreichung notwendigen Pflegehandlungen ausgewählt, muss bestimmt werden, binnen welcher Zeit die Wirksamkeit der Maßnahmen anhand der Beurteilungsskalen überprüft werden soll. Damit wird die Gültigkeitsdauer des Pflegeplans festgelegt. Zu jeder Intervention können weitere Detailinformationen angegeben werden: Beginn und Ende der Maßnahme innerhalb der Gültigkeitsdauer, Häufigkeit, Intervalle, anzuwendende Hilfsmittel, notwendige Medikationen und Weiteres. Auch in diesem Kontext sind die Hilfsmittel sinnvoll mit den jeweiligen Maßnahmen verknüpft.
Bezogen auf das oben genannte Beispiel, könnte als Ziel eine physiologische Atemfähigkeit festgelegt werden. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Pflegemaßnahmen, wie Schmerzreduktion, Atemtraining und spezifische Lagerung in unterschiedlicher Häufigkeit bis zur Zielkontrolle geplant. Ein schon hinterlegter standardisierter Pflegebehandlungsplan verringert deutlich den Dokumentationsaufwand für die Pflegenden. Des Weiteren bietet apenio die Möglichkeit, Routinemaßnahmen (zum Beispiel administrative Aufgaben wie „Visite ausarbeiten"), die nicht sinnvoll einem Assessment und einer Zielformulierung zugeordnet werden können, zusätzlich zu planen. Diese Maßnahmen werden für den gesamten Krankenhausaufenthalt täglich oder in größeren Intervallen in den Plan aufgenommen und unterliegen keiner Evaluation.
Leistungserfassung
Die Leistungserfassung beinhaltet, ähnlich wie in jeder handschriftlichen Dokumentation, die Bestätigung, dass die geplanten Leistungen erbracht wurden. Bei Anwendung von apenio werden die zu erbringenden Leistungen automatisch aus der Pflegeplanung generiert. Die Interventionen sind mit normativen Zeitwerten hinterlegt, die an die tatsächlich benötigte Zeit angepasst werden können. Für jeden Patienten bzw. für einzelne Interventionen lässt sich so der Pflegeaufwand pro Tag und Woche berechnen. Nicht geplante Leistungen lassen sich jederzeit hinzufügen.
Leistungen, die für einen bestimmten Zeitraum geplant wurden, können, wenn es die Situation erfordert, begründet auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Ebenso sind Begründungen notwendig, wenn geplante Leistungen nicht erbracht werden. Anhand der durchgeführten und bestätigten Leistungen wird automatisch die PPR-Stufe ermittelt. Im Vergleich zur „manuellen" Einstufung wird dadurch nicht nur Zeit gespart, sondern es wird zudem eine objektivierte und weniger fehleranfällige Eingruppierung ermöglicht.
Evaluation
Die Evaluation der Ergebnisse als letzter Schritt des Pflegeprozesses ist ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung und Entwicklung in der Pflege. Aus diesem Grund fordert apenio diesen Schritt verbindlich ein. In diesem Zusammenhang heißt „verbindlich", dass eine Evaluation erfolgen muss, wenn die Gültigkeitsdauer der Pflegeplanung abgelaufen ist. Nur wenn sie durchgeführt wurde, ist - falls es die Situation des Patienten erfordert - ein erneuter Zugriff auf die Pflegeplanung und somit auch eine weitere Leistungserfassung möglich.
Für die Evaluation werden die gleichen Skalen genutzt wie bereits bei der Situationseinschätzung (Assessment) und der Zielformulierung, sodass ein eindeutiger Vergleich mit der Ausgangssituation und dem Ziel möglich ist. Im beschriebenen Beispiel würde die Skala mit den Ausprägungsgraden der Atemfähigkeit angezeigt werden, das heißt, die Pflegende könnte wählen, ob das Ziel „keine Beeinträchtigung der Fähigkeit zu atmen" erreicht wurde oder ob die Fähigkeit weiterhin zu einem geringen, mittleren oder hohen Grad beeinträchtigt ist. Bei Erreichung des Ziel ist ein direkter Zugriff auf die Pflegeplanung und Leistungserfassung nicht mehr möglich und auch nicht mehr nötig.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass apenio die Erwartungen an eine EDV-gestützte Pflegeplanung und -dokumentation erfüllen kann. Pflegende bekommen damit ein Instrument an die Hand, mit dem sie nicht nur nachweisen können, warum sie welche Leistungen erbracht haben, sondern auch, welche überprüfbaren Ergebnisse erreicht werden konnten. Die integrierte Typologie ermöglicht einen standardisierten, einheitlichen Sprachgebrauch mit einem hohen Maß an Objektivität in der Dokumentation von Pflegeprozessdaten. Die automatische Dokumentation von pflegerelevanten Nebendiagnosen und PPR-Informationen bedeutet Zeitersparnis und kann zur Erlössteigerung des Krankenhauses beitragen. Auch bei kurzer Verweildauer können alle Pflegeprozessschritte aufgrund der standardisierten Pflegebehandlungspläne ohne großen Zeitaufwand und dennoch individualisiert dokumentiert werden.
Die Software kann als einzelnes Modul an ein vorhandenes KIS angekoppelt werden, ist aber auch „stand alone" einsetzbar. Neben der beschriebenen Kernfunktion, der Darstellung aller Schritte des Pflegeprozesses, bietet sie noch zahlreiche weitere Funktionen: Patientenübersicht mit Erinnerungsfunktionen, Zimmerübersicht, Vitalzeichenerfassung, Bilanzierung, Risikoassessment mithilfe von standardisierten Skalen (Dekubitus, Thrombose etc.), automatische Erstellung eines Verlaufsberichtes und verschiedene statistische Auswertungen für das Management.
Für die Zukunft sind vier wichtige Erweiterungen geplant:
•• Crossmapping zu anderen Klassifikationen (Leistungserfassung in der Pflege = LEP®, International Classification for Nursing Practice = ICNP)
•• Validierung der Beurteilungsskalen
•• Erweiterung bzw. Anpassung der Software und Typologie für die Alten- und ambulante Pflege •• Übersetzung der Kataloge in andere Sprachen, zum Beispiel Englisch und Französisch.
Parallel dazu müssen alle in apenio enthaltenen Kataloge fortlaufend an aktuelle Standards angepasst und entsprechend weiterentwickelt werden.
Zusammenfassung
An die Pflegedokumentation werden heute vielfältige Anforderungen gestellt. Sie soll erbrachte Leistungen lückenlos darstellen, die Notwendigkeit des Krankenhausaufenthaltes und der durchgeführten Interventionen aufzeigen und zur Qualitätssicherung beitragen. Um diesen Anforderungen in der geforderten Qualität und ohne zusätzlichen Zeitaufwand gerecht zu werden, ist eine entsprechende Dokumentationssoftware kaum verzichtbar. Das Institut für angewandte Pflegeforschung der Universität Bremen hat unter dem Namen apenio® eine Typologie der Pflege entwickelt, die wiederum den Grundstein für die Konzipierung und Umsetzung einer gleichnamigen Pflegeplanungssoftware bildete. Diese ermöglicht es, Leistungen der Pflege strukturiert, einheitlich und nachvollziehbar darzustellen, und liefert darüber hinaus eine Reihe auswertbarer pflegerischer Daten.
Schlüsselwörter:
Pflegeprozess, Pflegedokumentation, Pflegedokumentationssoftware, Pflegeklassifikation
Literatur__________________________
Die Literatur zu diesem Beitrag kann unter Tel.: (07 11) 78 63-72 38 angefordert oder von der Homepage www.pflegezeitschrift.de heruntergeladen werden.
Zur Autorin:
Karen Güttler, Diplom-Berufspädagogin Pflegewissenschaft
Kontakt: atacama Software GmbH,
Anne-Conway-Straße 10
28359 Bremen
E-Mail; guettler@atacama.de
* = Im Folgenden sind mit apenio® grundsätzlich, wenn nicht anders bezeichnet, Typologie und Software gemeint.
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