Vor dem Hintergrund steigender Gesundheitskosten bleibt die Frage der optimalen Finanzierung weiter spannend. Die Krankenkassen haben hier viel Basisarbeit geleistet, allen voran die AOK. Im Bereich der Kieferorthopädie (KFO) soll jetzt auf Empfehlung des AOK-Bundesverbandes sukzessive in allen 17 regionalen AOKs ein KFO-Managementsystem eingesetzt werden, das neben der geforderten Optimierung der Verwaltung und der Erhöhung der Transparenz auch die Kosten reduzieren hilft. Man erwartet insgesamt einige Millionen Mark an Einsparungen und damit eine schnelle Amortisation des eingesetzten intranetfähigen Client Server Systems atacama | GKV.
Der konsequente Einsatz moderner DV-Verfahren, somit auch die Anpassung an die zeitgerechten Möglichkeiten gängiger Informations- und Kommunikationsstrukturen, war im Gesundheitswesen bislang noch keine Selbstverständlichkeit. Die Notwendigkeit von Verbesserungen im Gesamtablauf ließ den Verantwortlichen nur wenig Spielraum. Aber was in Wirtschaft und Industrie schon lange funktioniert, das sollte auch im Gesundheitswesen möglich sein.
Komplizierte Abrechnungsmodalitäten und die Dauer der kieferorthopädischen Behandlung von oft mehreren Jahren stellen besonders hohe Anforderungen an das Fallmanagement der Krankenkassen. Eine manuelle Verwaltung ist mittlerweile zu zeitaufwendig und damit zu teuer. In der Phase der "Kostenerstattung" (bis Ende 1998) konnte kaum noch zeitnah agiert werden. Ein Zustand, den die AOK nicht weiter hinnehmen wollte.
In dem System atacama | GKV werden Pläne, Rechnungen, Gutachten, Briefe, Notizen o.ä. in einer Art chronologischer Karteikarte dargestellt, auf der dann alle für einen Versicherungsfall relevanten Daten bearbeitet werden können. Und zwar schneller, sicherer und damit kostengünstiger als bei einer rein manuellen Bearbeitung. Und die Intranet-Option erlaubt es atacama | GKV im kasseneigenen Netzwerk als Webserver zu arbeiten.
Eine integrierte Aufgabenliste mit Work-Flow-Funktionen erleichtert darüberhinaus die Zusammenarbeit zwischen Sachbearbeitern und Geschäftsstellen. Außerdem erlaubt die leistungsfähige 3D Businessgrafik die schnelle Veranschaulichung aussagestarker Statistiken. Vor allem aber: Der Sachbearbeiter behält durch die kompromißlose Führung durch alle Ebenen eines Behandlungfalles immer die volle Übersicht.
Die atacama | Software GmbH, ein in Bremen ansässiges Unternehmen mit viel Erfahrung in der Entwicklung von Branchensoftware für den Medizinsektor, stellte atacama | GKV, das intranetfähige Client Server System, erst Anfang letzten Jahres vor. Heute arbeiten bereits einige AOKs sowie Betriebs- und Innungskrankenkassen mit dem System. Der AOK-Bundesverband hat kürzlich eine bundesweite Lizenz des Systems erworben und empfiehlt allen 17 regionalen Kassen seinen Einsatz.
Anliegen der AOK ist es, alle KFO-Fälle korrekt und termingerecht verfolgen und bearbeiten zu können. Nur wer jederzeit den Status eines Falles abrufen kann und relevante Tatbestände wie die Veranlassung eines Gutachtens, den Eingang einer Änderungsanzeige des Behandlers usw. sofort vor Augen hat, ist den Versicherten und Behandlern gegenüber unmittelbar auskunfts- und gesprächsfähig. Mit Hilfe der exakten Aufzeichnungen will die AOK gemeinsam mit den Zahnärzten und Kieferorthopäden das Ziel verfolgen, eine sach- und fachgerechte, aber auch wirtschaftliche Behandlung sicherzustellen.
Die Kontrolle jeder einzelnen KFO-Eingangsrechnung gegenüber dem genehmigten Behandlungsplan war bisher keineswegs selbstverständlich und ist nur mittels eines komfortablen EDV-Systems überhaupt durchführbar.
Mit Hilfe von atacama | GKV wurden, neben den bereits erwähnten direkten Einsparungen von insgesamt mehreren Millionen Mark, auch Qualitätsverbesserungen erreicht. Also eine Art Qualitätsmanagement, mit dem indirekt durch die Optimierung der Fallbearbeitung eine Imageverbesserung der AOK als Ganzes erreicht werden kann. Ein gewollter Nebeneffekt, um den Versicherten zu zeigen, daß hier mit ihren Beiträgen sorgsam umgegangen wird, gleichzeitig aber auch die Leistungen verbessert werden.
Als einer der ersten Nutzer kann die AOK Sachsen-Anhalt bereits mit einschlägigen Erfahrungswerten aufwarten. Auffallend war gleich zu Anfang die Tatsache, daß deren Mitarbeiter bereits nach wenigen Stunden verhältnismäßig effektiv mit dem System arbeiten konnten.
Außerdem werden bisher aufwendige Verfahren, die viel Zeit kosteten und mit vielen Fehlermöglichkeiten behaftet waren - wie z. B. die Erstattung des Versichertenanteils zum Ende einer Behandlung - jetzt lediglich mit einem Mausklick erfolgreich beendet.
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